Am Rand des Erkennens
Tropfen aus dem Licht
formen die Welt im Dunkeln
lassen entstehen
Das Licht bringt immer etwas hervor, das im Dunkeln bereits vorhanden ist.
Und manchmal nicht durch den großen, hellen Lichtstrahl, sondern durch feine Tropfen aus Licht, die das entstehen lassen, was dort schon war und auch dort hingehört. Aus dem Dunkeln tauchen Dinge auf, die Lichtgeber sind. Und darunter scheint das Licht nicht einfach auf eine weitere Oberfläche nur zu fallen – nein – es modelliert sie. Es gibt ihr Form, Tiefe und auch Richtung.
Dadurch erschafft Licht nicht unbedingt etwas Neues.
Es setzt sich tropfenweise irgendwo nieder und entscheidet, was daraus entstehen und sichtbar werden darf. Und zwar für alle Lebenslagen.
Das dreht unsere übliche Vorstellung von Entwicklung etwas um. Wir müssen nicht immer etwas machen, erschaffen, optimieren. Manchmal braucht es nur Licht – Aufmerksamkeit, Bewusstheit, einen anderen Blick – damit etwas hervortreten kann. Und somit ist das Dunkel nicht der Gegner vom Licht. Das Dunkel ist der Raum, in dem das Licht überhaupt etwas gestalten kann.
Und plötzlich erkennen wir eine zeitliche Dimension, die es manchmal braucht, damit etwas entsteht und sichtbar wird.
Das Licht fließt nicht einmal schnell auf die Welt und erschafft sie. Es wirkt fortwährend. Tropfen für Tropfen. Schicht für Schicht. Fast unmerklich. Jedoch: Stetig.
Nicht der plötzliche große Durchbruch verändert uns. Nicht die eine Erkenntnis. Sondern das, was immer wieder und vor allem stetig geschieht.
- Ein Gedanke.
- Ein Blick.
- Eine kleine Entscheidung.
- Ein Moment der Aufmerksamkeit.
Und irgendwann wird aus all den stetigen Tropfen aus Licht (d)eine Form.
Was lassen die Tropfen bei dir entstehen?
- Die Welt?
- Dich selbst?
- Einen neue Wahrnehmung?
- Etwas, das bisher im Dunkeln lag und jetzt sichtbar wird?
Entscheide immer selbst und schaue hin.