Ist kein Anfang.
Und auch kein Ende.
Es ist eine Erlaubnis,
dass etwas – einfach ist,
ohne zu werden.
Es ist ein jetzt,
welches sich nicht
in Vergangenheit wandeln kann.
„Das Nein der Zeit“ – das klingt auf keinen Fall wie Widerstand. Auch kein Aufbegehren. Eher wie eine sanfte Verweigerung, leises Nicht-Mitmachen.
Vielleicht ist es der Moment, in dem Zeit aufhört, uns vor sich herzutreiben und über uns zu bestimmen.
Nicht wir halten inne – die Zeit selbst nimmt sich einen Schritt weit zurück.
Damit ist das „Nein“ dann kein Abbruch, sondern eine Öffnung.
Ein Riss im Ablauf von etwas, durch den etwas Zeitloses hindurchschimmert.
Wie,
- ein Augenblick, der nicht gezählt werden will.
- eine Bewegung ohne Richtung.
- ein Zustand, der sich der Messung entzieht.
- eine Begegnung, die nicht endet.
Es ist dann so, als hätte etwas begonnen – und sich dann umentschieden.
Als wäre die Zeit gerade noch da, aber ihr Ziel verschwunden.
Und vielleicht steckt darin auch etwas Radikales und sehr Offensichtliches:
Wenn Zeit „Nein“ sagt, fällt das Müssen weg. Kein Früher, kein Später. Nur dieses leise Dazwischen, das nicht erklärt werden muss.
Das Nein der Zeit ist kein Ende –
es ist die Erlaubnis, dass etwas einfach ist, ohne zu werden.
Wenn das Nein der Zeit kein Ende ist, dann ist es vielleicht ein Raum.
Ein Raum, in dem Dinge nicht mehr in Reihen stehen müssen wie die Sekunden es tun.
Die Zeit sagt selbst Nein –
und plötzlich fällt die Richtung aus den Dingen heraus und wird zur unsichtbaren Weite.
Ein Blatt ist nicht mehr „im Fallen“.
Es ist einfach zwischen oben und unten.
Ein Mensch ist nicht mehr „auf dem Weg“.
Er ist im Dasein ohne Strecke.
Das Entscheidende und wichtige dabei ist, dass dieses Nein nichts weg nimmt.
Außer den Druck, dass etwas weitergehen muss.
Und in Wirklichkeit ist es ein stilles Ja – nur anders formuliert:
Ein Ja zum Zustand ohne Entwicklung.
Ein Ja zum Unfertigen, das nicht fertig werden muss.
Und darin liegt etwas fast Unheimliches, aber auch sehr Befreiendes:
Wenn nichts voranschreiten muss, gibt es keinen Verlust.
Kein „zu spät“. Kein „noch nicht“.
Nur dieses:
Ein Jetzt, das sich nicht in eine Vergangenheit zurück verwandeln lässt und welches die Zukunft noch nicht zeigt.
Vielleicht ist das „Nein der Zeit“ genau das:
Ein Moment, der sich weigert, Geschichte zu werden und alles ist.